Sommer-Skifahren ist geil und extrem effektiv!

Sommer-Skifahren ist geil und extrem effektiv!

Gletscher Zeit...

Hey Leute, es gibt doch tatsächlich auch Dinge, die ich bisher noch nicht gemacht und zugegebenermaßen auch immer ein wenig belächelt hatte. Das letzte Wochenende hat mich aber wieder einmal eines besseren belehrt. Aufgrund der immer noch hervorragenden Schneeverhältnissen auf den Gletschern der Alpen fand nochmals ein Skilehrgang satt.

 

Die Augen der beobachtenden Passanten waren groß und irritiert, als ich donnerstags Zuhause meinen Monoski wieder aus dem Keller holte um ihn ins Auto zu laden. Ok, auch ich musste etwas schmunzeln aber es sollte sich wieder einmal lohnen. Vollbeladen mit Monoski, Handbike und weiteren Trainingsutensilien machte ich mich auf den Weg nach Vergötschen (Österreich) zum Haus Renate, wo ich in den letzten Wochen quasi zum Stammgast wurde. Zeitgleich mit dem Trainerteam kam ich im Kaunertal an und wie immer wurden wir von Regi und Andreas bei fast 30 Grad mit Kaffee auf der Sonnenterrasse begrüßt. Natürlich ließen wir auch diesen Tag nicht ungenutzt verstreichen. So machten wir uns zu einer ersten kleineren Radtour in Richtung Gletschersee auf - lockeres Einfahren für etwas über eine Stunde, 350 Meter bergauf und 17 km Strecke waren es am Ende.

 
 

Der frühe Skifahrer genießt Top-Bedingungen

 

Als mich mein iPhone am Freitag morgens um 5:20 Uhr mit "Eye of the Tiger" aus dem Schlaf hämmerte und ich einen Blick auf die vernebelten Berge warf, kamen mir zunächst kurze Zweifel über Sinn und Notwendigkeit zu so früher Stunde. Aber egal. Los ging's, Schuhe zum Monoskifahren an die Prothesen, Skihose an und los. Spätestens als beim Frühstück das erste mal der Himmel über dem Gletscher zu sehen war, waren alle Zweifel verflogen.

Kurz darauf war dann auch schon Abfahrt und um 7:15 saß ich bereits im Ski. Nach fast drei Wochen ohne Schneekontakt liefen die ersten Schwünge noch nicht so easy wie zuletzt. Aber irgendwie fühlte ich mich viel besser als bei den letzten Abfahrten. Ich merkte sofort, dass sich die Quälerei der letzten Wochen im Fitnessstudio, beim Kondi-Lehrgang und Zuhause auf dem Wackelbrett gelohnt hatten - ich sitze einfach besser im Ski und habe eine ganz andere Körperspannung. Geil!

 
 

Das ballert ganz schön - A new enemy is born!

 

In der Zwischenzeit hatten meine Trainer einen Slalom für mich gesteckt - auf keinen Fall selbstverständlich, denn ich war freitags der einzige Athlet, die anderen kamen erst am Abend dazu. Nachdem ich bis jetzt nur Kurzstangen gefahren war, machte ich wenig später meine erste Bekanntschaft mit richtigen Slalomstangen. Das ballert ganz schön, wenn du zu spät dran bist oder zu eng an die Stange fährst und so ein Ding am Helm einschlägt. Aber es macht extrem Spaß, wenn der Rhythmus stimmt und die Stangen einfach so wegfliegen. Als dann kurz darauf auch noch die Sonne durch die Wolken scheint ist der Trainingstag perfekt und an Effektivität nicht zu schlagen. Knappe fünf Stunden und unzählige Liftfahrten später ging mein erster Trainingstag gegen mein neues Feindbild zu Ende... - die letzten beiden Stunden war ich der einzige Skifahrer am Hang!

 
 

Erstens kommt es anders - und zweitens als man denkt...

 

Zurück im Appartement gab's leckeres Obst und etwas Käse und nach einer kurzen Siesta folgte die nächste Handbike-Etappe. Die geplante Fahrt zum Stausee musste wegen des stattfindenden Almauftriebs der Rinder ausfallen. Hausherr und Bergführer Andreas hatte aber eine Alternative für uns parat. Mit den Worten: "da könnt's ihr au e bissle de Berg hoch fahrn" schickte er uns zunächst talwärts los, um dann in Richtung Kaltenbrunn abzubiegen - Ziel: Wiesenhof-Alm!

 

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Entsprechend locker fuhr ich los und es war mir ganz recht, dass wir nicht zum Stausee aufbrachen, denn das Skifahren hatte bereits seine Spuren hinterlassen. Nach anderthalb Kilometer kam der erste kurze Anstieg. Ich nahm ihn noch ziemlich locker, hatte ich ja die Worte von Andreas im Ohr. Was kurz darauf folgte, war allerdings nicht mehr locker. Nach einem weiteren Kilometer auf einen Plateau ging es die letzten dreieinhalb Kilometer nur noch bergauf und das nicht zu knapp. Ich kann euch sagen, 3,5 km können mit dem Handbike verdammt lang werden, wenn es eben 500 Höhenmeter zu überwinden gilt und es selbst in den Kehren bergauf geht. Eine Stunde und etliche Flüche nachdem wir am Haus Renate aufgebrochen waren, gab es zur Belohnung ein alkoholfreies Weizenbier auf der Alm.

 

 
 

Traumwetter und genügend Platz für den SuperG-Ski

Unser Plan für Samstag war klar. Morgens auf die Ski und am Nachmittag mussten wir ja noch mit dem Rad zum Stausee. Um 7:00 Uhr saß ich bereits im Mono und wir hatten traumhafte Bedingungen. Fester Schnee und kaum Skifahrer auf der Piste, eine Spitzengelegenheit mit dem SG-Ski zu trainieren. Nach gut zweieinhalb Stunden Extremcarven und bei weicher werdendem Schnee ging's zurück auf den Slalomski. Ein gelier Skiwechsel, den ich nur jedem einmal empfehlen kann! Nach einer weiteren guten Stunde Techniktraining ging ein brillanter Skitag zu Ende. Im Tal angekommen, gab's einen kleinen Snack und etwas Kaffee und nach einer kurzen Pause stellten wir uns der nächsten Herausforderung.

 
 

Du musst dir Ziele setzen, wenn du sie erreichen möchtest

 

imageAls ich gut eine Woche zuvor die Einladungsmail zum Lehrgang erhalten hatte, war mir sofort klar, dass ich mit dem Handbike zum Stausee hochfahren möchte, und dass hatte ich dann auch bereits in der Antwortmail so formuliert. Als ich aber am Samstag um 15:00 Uhr nach zwei intensiven Skitrainingseinheiten und zwei Handbike-Touren wieder in mein Bike stieg, war mir nicht so ganz wohl bei der Sache."Da hast du den Mund wieder ganz schön voll genommen... Aber wenn du solche Aussagen trifft, dann muss du dich eben auch daran messen lassen und dass ist auch gut so." Nach knapp 70 Minuten hatte ich es dann geschafft. Begleitet von den Anfeuerungsrufen der Rinder die tags zuvor auf die Almwiesen unterhalb des Stausee getrieben wurden, kurbelte ich mich Stück für Stück, Kehre für Kehre hoch zum Stausee auf 1800 üM. Leider schlug das Wetter oben um und so mussten wir die, als Belohnung geplante Runde um den See leider ausfallen lassen.

 

Keine Frage - auf dem Weg nach oben habe ich mich zwischendurch schon gefragt, wieso ich mir so etwas antun muss... Aber mit dem Erreichen der Staumauer war das alles nicht mehr wichtig. Was zählt ist die innere Stärke, die in dir aufsteigt, wenn du deine Ziele erreicht hast!

 
 

Perfekte Bedingungen am letzten Tag!

 

Am letzten Tag der Saison zeigte sich der Kaunertaler Gletscher noch einmal von einer besten Seite. Als wir kurz vor 7:00 Uhr auf der Piste waren, spiegelten sich bereits die ersten Sonnenstrahlen im Schnee und der Wettergott belohnte uns noch einmal mit Hammerbedingungen. Weit gefehlt wer jetzt dachte, dass klingt heute hier so langsam aus. Zwei Stunden Slalomtechniktraining standen auf dem Programm - bei festgefrorenem Schnee durchaus anstrengend. Als die anderen Teams dann bereits ihre Sachen packten wurde für uns nochmals ein Stangenwald aufgebaut. Da waren sie wieder meinen neue Feinde... Und sogleich machte ich mich auf in den Kampf mit den blauen und roten Stangen - an diesem Tage sollte ich als Sieger hervor gehen! In meinem letzten Umlauf wurde ich mit meiner bisher besten Fahrt im Stangenwald belohnt - ein unbeschreiblich tolles Gefühl, wenn der Rhythmus passt, das Abstand zu den Stangen stimmt, der Ski greift und praktisch alleine hinter die Stange fährt und einfach alles im Flow ist - besser kann ein Trainingslager nicht enden!

 
 

Danke für diese Effektivität!

 

Eine ringsum gelungene Veranstaltung endete dann am Sonntag Nachmittag mit einem kleinen Mittagessen und einem letzten Kaffee auf Regis Sonnenterrasse. Am Ende standen sechs effektive Trainingseinheiten in 72 Stunden gepaart mit vielen wichtigen Tipps, Hinweisen und vor allem genügend Zeit und Raum diese auch ausgiebig zu testen. Ohne die tolle Unterstützung und intensive Betreuung unseres Trainerteams auf und neben der Piste wäre ein solch effektives Training nicht möglich und das ist sicher nicht selbstverständlich.

 

Vielen Dank euch beiden für eure Zeit und euer Engagement!