Rüdiger Böhm - no legs no limits! im Rolli auf Reisen

Die Story

immer bereit die eigenen Grenzen zu verschieben
Rüdiger Böhm - no legs no limits! Der Sportler verschiebt seine Grenzen im Monoski

Der Sportler

lustig, mutig & verrückt

Zuerst ist es nur eine Idee

Veränderungen bringen Bewegung ins Leben - sie verschieben deine Grenzen & bieten dir immer eine Chance zur persönlichen Entwicklung

Entdecke die Möglichkeiten

An einem sonnigen Tag im April 1970 wurde ich in Erbach im Odenwald geboren. Meine Kindheit verbrachte ich in der kleinen Gemeinde Grasellenbach in Südhessen, um genau zu sein im schönen Örtchen Wahlen. Schon von Beginn an spielte Sport eine wichtige Rolle in meinem Leben und Fußball war meine große Leidenschaft. Aber auch jede Form von Wassersport, Skifahren und Tennis gehörten immer zu meinen bevorzugten Sportarten. Je älter ich wurde, um so stärker wurde mein Drang die bisherigen Grenzen zu verschieben. Nach dem Abitur verließ ich unseren beschaulichen Ort, um an der TH Darmstadt ein Studium der Sportwissenschaft zu beginnen. Zur Finanzierung meines Studiums jobbte ich in der Gastronomie, als Fitnesstrainer und bald auch als Fußballtrainer im Kinder- und Jugendbereich. Mein Leben bestand zu dieser Zeit eigentlich nur aus Sport und Gastronomie. Wenn ich nicht gerade als Student durch die Sporthalle rannte, als Trainer im Studio vorturnte oder auf dem Fußballplatz stand, spielte ich Squash, Tennis, Golf oder war als Skilehrer unterwegs.

 

Zum Ausgleich ging ich schwimmen, Rad fahren oder joggen und abends mixte ich Cocktails und servierte Drinks in einer Bar. Eigentlich alles ganz normal für einen etwas sportverrückten Studenten der Sportwissenschaft – das war es auch… bis, ja bis zu dem Tag, als ich mit meinem neuen Rennrad zur ersten Trainingsfahrt aufgebrochen war. Doch an jenem 21. April 1997 änderte sich alles. Nach einer Kollision mit einem Lastkraftwagen wurde ich schwer verletzt ins Darmstädter Klinikum eingeliefert. Was folgte waren viele kritische Tage ohne jegliche realistische Überlebenschance und lange Wochen im Krankenhaus. Am Ende habe ich den Kampf ums Überleben gewonnen. Nun stand ich da - nein, sass ich da, im Rollstuhl - ohne Beine!

 

Heute habe ich mich erfolgreich ins Leben zurück gekämpft, auf zwei Prothesen laufen gelernt und stehe wieder mit beiden Beine fest im Leben! Menschen fragen mich manchmal auf der Treppe oder im Shoppingcenter ob ich denn ein Problem mit dem Knie oder mit der Hüfte hätte, was ich lächelnd verneine. ​Inzwischen lebe ich in der Schweiz und Sport ist wieder der Mittelpunkt meines Lebens. Als aktiver Sportler genieße ich täglich meinen Sport, lebe meinen Traum und versuche immer wieder die vermeintlichen Grenzen zu verschieben.

 

Nach meinem Unfall dachten zunächst alle, dass ich nie wieder etwas mit Sport zutun haben möchte. 

Aber schließlich war Sport schon immer mein Leben, wieso sollte ich das alles aufgeben. Und so habe ich - nach einer fast einjähriger Rehabilitationsphase - wieder angefangen im Sport zu arbeiten. Ich gab Stunden im Gesundheitssport und arbeitete als Sporttherapeut. Ein weiteres Jahr später begann ich dann wieder als Fußballtrainer zu arbeiten.

 

Als Übungsleiter und Fitnesstrainer hatte ich schon während meines Studium vielseitige Erfahrungen im Freizeit- und Gesundheitssport gesammelt. Diese konnte ich später in meiner Tätigkeit als Sporttherapeut weiter vertiefen. Heute kann ich auf eine fast 20jährige Erfolgsgeschichte als Fußballtrainer im Nachwuchsspitzenfußball zurückblicken. Erste Erfahrungen sammelte ich in der Jugendabteilung des SV Darmstadt 98. Nachdem ich dann Ende 2000 die A-Lizenz beim DFB in Hennef erfolgreich absolviert hatte, stand einer hauptberuflichen Tätigkeit im Fußball nichts mehr im Wege.​​ So begann ich im April 2001 als Jugendsekretär beim Karlsruher Sport-Club und übernahm wenig später die Position des Leiter Nachwuchsleistungszenrum. Nach einer Ausbildung zum Sportfachwirt bei der IHK Karlsruhe, die ich im Dezember 2003 erfolgreich absolvierte, hielt ich Ende 2006 als weltweit einziger Trainer ohne Beine das UEFA-Pro-Lizenz Diplom des DFB in Händen. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildung an der Sporthochschule in Köln hatte ich wieder einmal meine Grenzen verschoben und ich legte eine weitere Grundlage für eine erfolgreiche Trainerlaufbahn. Im Sommer 2010 zog es mich dann in die Schweiz, wo ich drei Jahre als Trainer U21 und Leiter Formation beim FC Thun arbeitete.

 

In meinen fast 20 sehr erfolgreichen Jahren als Trainer und Nachwuchschef im Spitzensport, mit viel Herzblut und Leidenschaft konnte ich all die schönen Seiten dieses Berufs kennen lernen. Ich konnte mit meinen Mannschaften gegen einige mittlerweile große Trainer antreten und dabei unzählige wichtige Erfahrungen sammeln. Heute kann ich voller Stolz auf etliche Spieler zurück schauen, denen ich auf ihrem Weg zum Profi weiterhelfen konnte und es ist schon ein besonderes Gefühl, "meine" Jungs im TV bewundern zu können. Gleichzeitig sah ich aber noch viel mehr Profi-Träume zerplatzen und vor allem Eltern, für die dabei eine Welt zusammenbrach.  Am Ende überwiegt die Dankbarkeit der Spieler, denen ich auf ihrem Weg zum Fussballprofi helfen konnte und dass ist letztendlich der grösste Lohn.

Grenzen entstehen im Kopf - lass dich nicht behindern!

Sport war schon immer der Mittelpunkt meines Lebens und er ist es auch heute wieder. Doch auch ich musste zuerst einige Erfahrungen mit meiner neuen Situation sammeln. Anfangs begann ich immer, meine heutigen sportlichen Möglichkeiten mit denen vor meinem Unfall zu vergleichen. Das ist allerdings nur schwerlich möglich und birgt ein sehr hohes Frustrationspotential. ​Erst seit mir klar wurde, dass es sich bei meinen jetzigen Möglichkeiten um neue Sportarten handelt, die sehr reizvolle und extrem fordernde Potentiale bieten, empfinde ich wieder den gleichen Spaß und die gleiche Befriedigung im Sport wie früher. ​​Mittlerweile weiß ich, dass ich auch ohne Beine sehr viele wundervolle, spannende und extrem sportliche Möglichkeiten habe, die Natur zu erleben und meine Grenzen neu auszuloten. Manchmal braucht es etwas mehr Aufwand oder eine etwas längere Vorbereitung. Aber am Ende des Tages hat es sich noch immer mehr als gelohnt. So bin ich ständig auf der Suche nach neuen sportlichen Herausforderungen, um meine Grenzen zu verschieben!

 

Während meiner Arbeit als Trainer habe ich immer versucht meine Spieler an die eigenen Grenzen heran zu führen und das maximale Leistungspotential meiner Teams zu erreichen, dabei waren wir sportlich sehr erfolgreich. Gleichzeitig ging es mir stets auch um die Persönlichkeitsentwicklung meiner Spieler und um die Vermittlung elementarer Werte für den Sport und für das Leben im Allgemeinen. Auch in meiner eigenen sportlichen Laufbahn verfolge ich diese Werte. Dabei setze ich mir hohe Ziele und verfolge meinen Weg mit Ehrgeiz und Nachdruck. Dabei versuche ich immer wieder den Status quo in Frage zu stellen, meine Grenzen zu verschieben und meine Komfortzone zu erweitern.

 

Monoski-Rennlauf 

Als Monoski-Fahrer wurde ich vom SV Germering ins Topteam Behindertenskilauf berufen und im Frühling 2013 in das Nachwuchsteam des DPS - Deutsches Para Skiteam alpin - aufgenommen. Seit der Saison 2013/14 fahre ich IPCAS-Rennen.

Dabei konnte ich meine erste Rennsaison mit dem 3. Platz im Riesenslalom bei der Deutschen Meisterschaft abschliessen. Auch in dieser Saison werde ich meine ganze Kraft einsetzen und alles Nötige für meine sportliche Entwicklung und weitere Erfolge tun.

 

Para-Triathlon

Zur Vorbereitung auf die Monoski-Rennsaison im Winter steht im Sommer ein vollgepackter Trainingsplan auf dem Programm. Auch deshalb habe ich beschlossen, dieses Training zu nutzen und bin zum Para-Triathlon zurückgekehrt. Nach diversen Tests im Sommer 2014 werde ich in diesem Jahr an verschiedenen Para-Triathlon-Rennen teilnehmen. So möchte ich die nötigen Erfahrungen sammeln, um in den nächsten Jahren mein großes Ziel - eine Teilnahme am IRONMAN auf HAWAII - zu verwirklichen.

 

Events

Weil Sport sehr vielseitig ist und vor allem auch Spass machen muss, baue ich in meinen Trainingsplan immer wieder interessante und öffentlichkeitswirksame aber vor allem herausfordernde Aktionen ein. Mit diesen Aktionen möchte ich Werbung für den Behindertensport und sicherlich auch für mich selbst machen. Vor allem möchte ich zeigen, dass es auch mit einem Handicap allerhand tolle Dinge zu erleben gibt. Unzählige Herausforderungen warten auf jeden von uns. Es lohnt sich auf jeden Fall immer diese zu entdecken und zu meistern. Getreu dem Motto:

 

"Fordere dich selbst - und du wirst überrascht sein, was du alles erreichen kannst!"

 

möchte ich möglichst viele Menschen dazu motivieren, sich aus ihrem Sofa zu erheben, die in den eigenen Köpfen gesetzten Grenzen  zu hinterfragen und ihr Leben aktiv zu gestalten, ihrem Körper etwas Gutes zu tun und ihren Geist zu beleben - denn Entwicklung entsteht durch Veränderung und die beginnt immer mit dem ersten Schritt, raus aus der Komfortzone!